207.000 Euro für die BONO-Direkthilfe

Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen der JUVE Awards Spendengelder für Projekte der BONO-Direkthilfe gesammelt. Insgesamt kamen für beide Projekte Spendengelder in Höhe von 207.000 Euro zusammen. Die BONO-Direkthilfe setzt sich international und in Deutschland für Kinder- und Frauenrechte ein. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist der Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution.

International wurde der Bau eines neuen Kinderschutzhauses der Initiative Chaithanya Mahila Mandali in Indien gefördert, in Deutschland die Plakatkampagne „Not for sale“. Diese schafft in Kooperation mit der Fotografin Lena Reiner Aufmerksamkeit für das Thema Mädchenhandel in Deutschland.

Vor einem Jahr riefen wir zu Spenden für den Bau des Kinderschutzhauses für missbrauchte und stark gefährdete Kinder in Hyderabad, Indien, auf. Ein Jahr später freuen wir uns über die erzielten Fortschritte – trotz der Corona-Pandemie und der enormen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Indien. Die Vorfreude der Kinder auf ihr neues Zuhause war deutlich zu spüren, als sie in diesem Frühjahr erstmalig die Baustelle besuchten. Die Dankbarkeit und Ergriffenheit, bald ein eigenes Zuhause zu haben, spiegelte sich in ihren Gesichtern wider. Ihre Mütter müssen in der Prostitution arbeiten, sie selbst waren noch bis vor Kurzem tagtäglich Gewalt, Kriminalität und der Gefahr von Missbrauch ausgesetzt.

 

Große Fortschritte trotz COVID-19-Pandemie

Nachdem bereits vor drei Jahren das Land gekauft worden war, dauerte es fast zwei Jahre, bis die Finanzierung, nicht zuletzt aufgrund der großzügigen Unterstützung durch die im Rahmen der JUVE Awards im Oktober 2020 gesammelten Spenden, realisiert werden konnte. In der ersten Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 musste die Baustelle aufgrund des Lockdowns und der Flucht  von Millionen von Wanderarbeitern zurück in ihre Dörfer für mehrere Monate geschlossen werden. Dann folgte der Monsun. Erst im Herbst 2020 konnte mit dem Bau des Hauptgebäudes begonnen werden. Seitdem geht es Schlag auf Schlag, der Bau kommt zügig voran. Der weitsichtigen Planung von Jaya Singh Thomas, dem Direktor von CMM, ist es zu verdanken, dass die Bauarbeiten in der zweiten und noch viel gravierenderen Pandemiewelle im Frühjahr 2021 ohne Probleme fortgeführt werden konnten. Für die 28 Bauarbeiter und ihre Familien wurden am Rand des Grundstücks Unterkünfte errichtet, so dass diese während des zweiten Lockdowns kontinuierlich und ungefährdet weiterarbeiten konnten.

 

Hohe Motivation und Verantwortung

Neben seiner Verantwortung als Direktor und Betreuer der Kinder und ihrer Mütter verbringen Jaya Singh Thomas und seine Frau mehrere Stunden pro Tag auf der Baustelle. Gemeinsam mit dem Architekten und einem Bauingenieur überwachen sie die Qualität der Baumaterialien und der ausgeführten Arbeiten. „Ich bin mir der hohen Verantwortung bewusst, dass dieses Haus mit Sorgfalt und in bestmöglicher Qualität für unsere Kinder gebaut wird“, sagt Thomas.

Die Betonarbeiten des dreistöckigen Gebäudes, in dem 120 Kinder wohnen werden, sind weitgehend abgeschlossen. Die Maurerarbeiten laufen auf vollen Touren. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Bau Anfang nächsten Jahres fertiggestellt und das Kinderhaus im Frühjahr 2022 eröffnet werden.

„Das Ziel von Chaithanya Mahila Mandali ist, den Kindern von Frauen in der Prostitution durch unterstützende Begleitung und eine gute Schul- und Berufsausbildung die Möglichkeit und Fähigkeit zu vermitteln, später einmal ein eigenständiges, würdevolles und selbstbestimmtes Leben zu führen“, erklärt Gereon Wagener, Vorsitzender der BONO-Direkthilfe. „Unser aufrichtiger Dank gilt allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die im Rahmen der JUVE Awards 2020 dazu beigetragen haben, diesem Ziel mit dem Bau des neuen Kinderschutzhauses ein großes und ganz wichtiges Stück näherzukommen.“

Ausweitung der Plakatkampagne

Und auch in Deutschland konnte die BONO-Direkthilfe in den vergangenen Monaten trotz Corona-Pandemie ihre Arbeit fortsetzen und Aufmerksamkeit für die Themen Menschenhandel und Zwangsprostitution schaffen.

Die Plakatkampagne „Not for sale“ war bundesweit in mehreren Städten zu Gast und zieht z.B. in Kürze weiter nach Esslingen. Für die kommenden Monate liegen bereits Kooperationsanfragen aus Frankfurt und Berlin vor. Anlässlich des internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen am 25. November war die Kampagne bereits einen knappen Monat nach den JUVE Awards 2020 in Bergisch Gladbach zu sehen.

In einer Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutzbund, der Mädchen- und Frauenberatungsstelle für den Rheinisch-Bergischen Kreis, der Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt für den Rheinisch-Bergischen Kreis sowie dem Kriminalkommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei wurde die Aktion „25.11.“ auf die Beine gestellt. Gemeinsam wurde an diesem 40. internationalen Aktionstag die Thematik der Gewalt an Frauen in die Öffentlichkeit getragen und für die Rechte von Frauen und Kindern eingestanden.

Die Kampagne der Fotografin Lena Reiner konnte in diesem Zusammenhang für einige Wochen im Stadtgebiet ausgestellt werden. 70 Plakatwände und Mega Lights waren zu sehen – unter anderem auch das Motiv einer jungen Frau aus Bergisch Gladbach. Dank der entgegenkommenden Konditionen der Firma Ströer sowie der Unterstützung durch die Spenden anlässlich der JUVE Awards 2020 wurde die Umsetzung ermöglicht.

Darüber hinaus konnte die BONO-Direkthilfe in diesem Jahr unter dem Titel „I am her voice“ einen internationalen Foto- und Kunstwettbewerb gegen Menschenhandel, Zwangsprostitution, Ausbeutung und Gewalt an Mädchen und Frauen ausrufen. Auch hierbei ist das Ziel, mehr Bewusstsein für die Thematik zu schaffen und mit Kunstwerken den betroffenen Frauen und Mädchen eine Stimme zu geben.