GiveDirectly

Individuelle Probleme fordern individuelle Lösungen

Der Ukraine-Krieg hat auch über Europas Grenzen hinaus schwerwiegende Folgen. Die afrikanischen Staaten leiden aufgrund der Versorgungsketten-Stopps in Russland und Ukraine unter drastischer Lebensmittelknappheit. Auch Teenager Brian aus Kenia ist betroffen. Er träumt von einem Beruf, mit dem er sich und seiner Familie ein stabiles Leben aufbauen kann. Er lernt deshalb für die High-School-Prüfung – jedoch bis vor kurzem mit ständiger Unterbrechung. Geldnot, die die reguläre Bezahlung der Schulkosten unmöglich macht, und ein weiter Weg zur nächsten Wasserstelle sorgten für zwischenzeitliche Schulabbrüche. Dazu kommen die nun unerschwinglichen Lebensmittelpreise. Fast hatte er seinen Traum gänzlich aufgegeben.

Viele Spendenorganisationen investieren in Bereiche, die möglichst der Allgemeinheit vor Ort helfen sollen. Doch während sie z.B. Schulbauprojekte in Kenia fördern, bleibt Brians erschwerter Bildungszugang davon unberührt. Seine Probleme sind individuell und oft ist es die Lösung genau dieser, die Menschen zu einem stabilen Leben verhilft.

Spenden ohne Bevormundung

Die New Yorker Hilfsorganisation GiveDirectly wurde 2009 von Studierenden der Harvard University und dem Massachusetts Institute of Technology gegründet und weiß aufgrund diverser Studien, dass Armutsbetroffene am besten selbst wissen, wofür sie ihr Geld ausgeben. Direkte finanzielle Hilfen zur freien Verwendung werden von den Empfängern meist in Medizin, Nutztiere oder Bildung investiert. Die Organisation setzt daher auf unmittelbares, bedingungsloses Spenden. Die Gelder gehen nicht an eine grob umrissene Gruppe, sondern an einen konkreten Menschen, dessen Fotos, Biografie und Updates online von jedem Spender eingesehen werden können. Die Summen erhalten die Empfänger per Handy, das die Organisation bereitstellt. Durch den direkten Geldfluss fällt für GiveDirectly im Vergleich zu anderen Hilfsorganisationen ein geringerer Administrationsaufwand an. Daher werden nur 15 Prozent einer jeden Spende einbehalten. Dies ist einer der Gründe, warum GiveDirectly von zahlreichen Non-Profit-Organisationen wie effektiv-spenden.org als Top-Organisation für Entwicklungshilfe herausgestellt wird.

GiveDirectly bestimmt in Zusammenarbeit mit unabhängigen Forschungseinrichtungen datenbasiert besonders arme Regionen. Dann stellen Mitarbeitende Gemeinden vor Ort den Organisationsansatz vor und klären die Details in Einzelgesprächen. Am Ende erhalten alle Bewohner jeweils fünf Jahre lang monatliche Spenden, die aufs Jahr summiert einem gewöhnlichen Jahresgehalt im Land entsprechen.

Die Spenden der JUVE Awards sollen in das Hauptprojekt in Kenia fließen, um dort noch mehr Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen. Mittlerweile erhält auch Brian Spenden über GiveDirectly und zahlt damit seine Schulgebühren: „Ich bin sicher, dass ich dank des kontinuierlichen Lernfokus Erfolg im Leben haben werde.“ Mit dem Geld könnten in naher Zukunft weitaus mehr Personen in Kenia Ähnliches von sich behaupten.

Bei der Preisverleihung wird GiveDirectly von effektiv-spenden.org-Mitgründer Dr. Stefan Shaw vertreten. Effektiv-spenden.org evaluiert unter Einhaltung strenger wissenschaftlicher Maßstäbe die besten und effektivsten Hilfsorganisationen weltweit und ist großer Befürworter GiveDirectlys. Shaw war vorher lange Zeit als Unternehmensberater tätig und arbeitet seit mehreren Jahren eng mit GiveDirectly zusammen.

GiveDirectly überweist Menschen, die in extremer Armut leben, monatlich Geld per Handy. Diese Geldtransfers sind an keinerlei Bedingungen geknüpft und müssen nicht zurückgezahlt werden. Betroffene können selbst entscheiden, wie sie die Spenden nutzen. Meist kaufen sie dringend benötigte Nahrungsmittel und Medikamente, begleichen Bildungskosten oder gründen kleine Unternehmen. Diverse wissenschaftliche Studien zeigen, dass bedingungslose und unmittelbare Geldtransfers durch den Hilfe-zur-Selbsthilfe-Ansatz Armut nachhaltig beenden.

givedirectly.org

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