AMICA e.V.

Dort helfen, wo niemand hinsieht
Während sich die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit oft auf wenige Konflikte beschränkt, bleiben andere Kriege nahezu unbeachtet, etwa jene im Sudan oder im anglophonen Teil Kameruns. Dort sind insbesondere Frauen und Mädchen von sexualisierter Gewalt betroffen.
Diese Frauen zu stärken, ist das Anliegen von AMICA. Mit der Spende der JUVE Awards 2025 von 111.625 Euro hat die Frauenrechtsorganisation ihre Projekte in Kairo und Kamerun ausgebaut.
Psychosoziale Unterstützung für geflüchtete Frauen
Seit 2023 verüben Regierungstruppen und paramilitärische Einheiten im Sudan schwere Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung. Frauen und Mädchen leiden besonders unter geschlechtsspezifischer Gewalt.
Die meisten von ihnen flüchten nach Kairo. Dort stärkt AMICA die lokale Zusammenarbeit mit der sudanesischen frauenaktivistischen Partnerorganisation Bana Group. Im Projekt ‚Safe Circles: Sudanese Women’s Healing Space in Cairo‘ sollte das psychosoziale Wohlbefinden von rund 100 geflüchteten Frauen verbessert werden. Dank der Spenden entstanden hierfür weitere psychosoziale Gruppenangebote und geschützte Räume. Die Workshops unterstützten die Frauen dabei, mit Stress, Isolation und Kriegserfahrungen umzugehen, stärkten die Solidarität und verhalfen zu einem selbstbestimmteren Leben.
Zudem wurden die Gelder genutzt, um die sicherheitsbezogenen Kapazitäten von Bana weiter auszubauen. Dazu gehörte unter anderem die Finanzierung eines Holistic Security Trainings für Mitarbeitende und Fachkräfte, das Wissen zu digitaler Sicherheit, sicherer Kommunikation und psychosozialer Selbstfürsorge vermittelte. Auch Banas Ausstattung konnte durch die Anschaffung von Arbeitsmaterialien sowie Tischen, Stühlen und Laptops verbessert werden. Zur besseren Sichtbarkeit der Arbeit und zur sensiblen Dokumentation der Aktivitäten sollen die Spendengelder künftig dafür eingesetzt werden, eine Fotografin zu finanzieren, um professionelles und zugleich respektvolles Bildmaterial aus der Arbeit mit sudanesischen Frauen in Kairo zu erstellen.


Lokale frauenaktivistische Partner nachhaltig stärken
Seit 2017 herrscht in Kamerun die ‚anglophone Krise‘, eine der fatalsten Vertreibungskrisen weltweit. Frauen und Mädchen sind vor allem von geschlechtsspezifischer Gewalt und wirtschaftlicher Not betroffen. Dank der Finanzspritze führte AMICA im April 2026 zwei dreitägige Capacity-Building-Workshops in Douala und Bafoussam für 20 Vertreter von zehn Frauen- und Jugendorganisationen durch, die sich für die Frauen in den Regionen Littoral und West einsetzen. Ziel war es, lokale Hilfestrukturen auszubauen.
Die Trainings vermittelten Kenntnisse in Projektmanagement, gendersensibler Projektarbeit, Budgetplanung, Monitoring, Evaluation sowie Antragstellung. Es entstanden zehn Projektpläne, unter anderem zur psychosozialen Unterstützung vertriebener Frauen, zur Prävention sexualisierter Gewalt und zur Einkommensförderung. Seit Mai 2026 begleitet AMICA die lokalen Organisationen bei der Umsetzung von Mini-Grant-Projekten durch Mentoring und fachliche Unterstützung.

AMICA e.V. ist eine unabhängige Freiburger Frauenrechtsorganisation, die sich weltweit für die Rechte, den Schutz und die Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten einsetzt. Dabei arbeitet sie eng mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, die Schutzräume schaffen und psychosoziale Hilfe leisten. So stärkt die Organisation lokale Strukturen sowie Expertise und schafft zugleich Arbeitsmöglichkeiten vor Ort. AMICA ist unter anderem stark in vergessenen, aber verheerenden Konflikten wie im Sudan oder in Kamerun aktiv, wo sexualisierte Gewalt gezielt als Kriegswaffe eingesetzt wird.
Fotos: JUVE Verlag; AMICA e.V.