Frauenhauskoordinierung e.V.

Wenn Gewalt Schutzräume durchdringt
Digitale Gewalt ist eine zentrale Erscheinungsform geschlechtsspezifischer Gewalt. Täter nutzen digitale Technologien, um Betroffene zu überwachen, zu isolieren, zu erpressen oder ihren Ruf zu schädigen. Die Angriffe erfolgen häufig über Messengerdienste oder soziale Netzwerke und setzen sich oft auch dann fort, wenn Betroffene bereits Schutz in einem Frauenhaus gefunden haben.
Der Verein Frauenhauskoordinierung e.V. (FHK) unterstützt seit 2001 bundesweit Frauenhäuser und Fachberatungsstellen fachlich sowie in ihrer politischen Arbeit. Mit der Großspende der JUVE Awards 2025 in Höhe von 113.745 Euro sollte das Projekt ,Digitaler Gewalt im Frauenhaus handlungssicher begegnen‘ gefördert werden. Ziel ist es, Mitarbeitende in Frauenhäusern bei der Umsetzung eines Schutzkonzepts gegen digitale Gewalt zu unterstützen – durch eine bundesweite Fortbildungsreihe, den Aufbau eines Online-Fachkräfteportals und die politische Interessenvertretung.
Digitaler Gewalt handlungssicher begegnen – auch außerhalb von Frauenhäusern
Dank der Spendengelder konnte FHK die Fortbildungsreihe bereits im vergangenen Jahr erfolgreich umsetzen. Die Schulungen behandelten etwa straf- und zivilrechtliche Interventionsmöglichkeiten, Meldestrukturen nach dem Digital Services Act, medienpädagogische Ansätze für die Arbeit mit Kindern sowie den Schutz vor digitaler Überwachung. Fast ein Drittel der Frauenhäuser in Deutschland nahm daran teil. Die Evaluation bestätigt den Erfolg der Fortbildungen und zeigt zugleich den weiterhin hohen Unterstützungsbedarf. Das Angebot wird deshalb kontinuierlich weiterentwickelt.
Im November 2025 startete zudem das Online-Fachkräfteportal ,Sicher gegen digitale Gewalt‘. Es bündelt Wissen und praxisnahe Materialien für Frauenhäuser, Beratungsstellen sowie weitere Akteure des Hilfesystems wie etwa Polizei oder Justiz. Dort sind unter anderem Checklisten und Arbeitshilfen zum Umgang mit digitaler Gewalt zu finden.
FHK setzt sich seit Jahren dafür ein, digitale Gewalt stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken. Die Förderung der JUVE Awards hat nicht nur konkrete Unterstützungsangebote für Frauenhäuser ermöglicht, sondern auch die politische Arbeit von FHK gestärkt. So konnte der Verein seine Fachexpertise in den Gesetzgebungsprozess einbringen und dazu beitragen, dass ein Gesetz gegen digitale Gewalt inzwischen kurz vor der Verabschiedung im Bundestag steht.


Frauenhauskoordinierung e.V. unterstützt deutsche Frauenhäuser und Fachberatungsstellen fachlich sowie in ihrer politischen Arbeit. Der Verein und mehrere Studien belegen: Digitale Gewalt nimmt drastisch zu. Täter nutzen dabei technische Geräte, um Betroffene zu überwachen, sozial zu isolieren, zu erpressen oder ihrem Ruf zu schaden. Im Projekt ‚Digitaler Gewalt im Frauenhaus handlungssicher begegnen‘ unterstützt der Verein Frauenhaus-Personal bei der Umsetzung eines gezielt entwickelten Schutzkonzepts. Ziel ist es, digitaler Gewalt in den Einrichtungen vorzubeugen und weitere Übergriffe zu verhindern – in den Frauenhäusern selbst sowie strukturell deutschlandweit.
Fotos: JUVE Verlag; Frauenhauskoordinierung e.V.